Serendipität

Alternative Bezeichnung: Inspiration durch einen überraschenden Perspektivwechsel.


Der Begriff „Serendipität“ (englisch serendipity) bezeichnet eine zufällige Beobachtung von etwas ursprünglich nicht Gesuchtem, dass sich als überraschende Entdeckung erweist. Es handelt sich dabei aber nicht um einen glücklichen Zufall, wie die bekannte Redewendung vermuten lässt. Ein Serendipitätsmoment zeichnet sich durch eine analytische Untersuchung, eine intelligente Schlussfolgerung und einer Einordnung aus.

Bekannte Beispiele für Serendipität sind die Erfindung des Klettverschlusses, von Teflon und LSD, sowie die Erfindung des Teebeutels. Der nordamerikanische Teehändler Thomas Sullivan verschickte ab 1904 (oder 1908) Teeproben statt in großen Blechdosen, in kleinen Seidenbeuteln an seine Kunden. Diese nutzten die Beutel, indem sie sie ganz in das Wasser eintauchten, da sie glaubten, dass dies so von Sullivan vorgesehen sei.

Der Serendipitätseffekt tritt oft in Coworking Spaces auf, weil deren → Communities meist von Diversität geprägt sind. Dies liegt daran, dass der Blick eines Menschen auf ein Problem von Faktoren wie Geschlecht, Herkunft, Alter, Bildung und sämtlichen, individuell gemachten Erfahrungen bestimmt wird. Der für einen selbst überraschendste Lösungsvorschlag kommt von einer Person, die anders ist als man selbst.

Es gibt es auch Serendipitätseffekte in der Belegschaft eines Unternehmens. Laut Anekdoten oft am Kopiergerät oder in der Kaffeeküche. Diese sind jedoch vermutlich stets gedämpfter als in einem Coworking Space, da es im Recruiting eines Unternehmens oft eine unbewusste Voreingenommenheit (englisch unconscious bias) gibt. Dies ist ein Grund für den Mangel an Diversität und damit weniger Impulsen von verschiedenen Menschen.

Serendipität ist unbewusst genau der Effekt, den sich in Coworking Spaces einmietende Unternehmen suchen, wenn sie Startup-Luft schnuppern wollen. Erfahrungsgemäß fremdeln die unfreien Festangestellten zu Beginn ihrer Mitgliedschaft mit dem neuen Ort, da sie dessen Kultur nicht gewöhnt sind. Nach rund sechs Monaten haben diese aber ihre Unternehmenskultur ausgeschwitzt, sich akklimatisiert, und können sich dann der → Community öffnen.

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