San Francisco Coworking Space

Das „San Francisco Coworking Space“ gilt als das erste Coworking Space der Welt. Gegründet hat es der Programmierer Brad Neuberg. Es fand an zwei Tagen die Woche in einem Raum des „Spiral Muse“, einem feministischen Gemeindezentrum in San Francisco, welches im Jahr 2006 schließen musste, statt. Neuberg kannte dort Elana Auerbach, die ihm den Spiral-Muse-Space an zwei Tagen die Woche für 300 US-Dollar im Monat überließ.

Zu Beginn fand das „San Francisco Coworking Space“ montags und dienstags von 9 Uhr bis 17:45 Uhr statt. Der Raum bot Platz für 8 Klapptische, musste abends aber immer wieder leergeräumt werden, damit auch andere Gruppen ihn nutzen konnten. Das Geld für die ersten Monate lieh sich Neuberg von seinem Vater, da er selbst pleite war. Danach wollte er sich die Miete durch die Einnahmen von den ersten Membern refinanzieren.

Neuberg postete am 9. August 2005 in seinem Blog, dass er ein Coworking Space für Entwickler, die von zu Hause aus arbeiten, gegründet hat. Seitdem wird der 9. August eines jeden Jahres als → „International Coworking Day“ gefeiert. Zusätzlich inserierte er auf „Craigslist“, aber im ersten Monat kam niemand. Daraufhin sprach Neuberg Menschen im Café an, erzählte ihnen von seiner Idee und verteilte Flugblätter und Visitenkarten.

Mit Erfolg, langsam kamen die ersten Menschen ins „San Francisco Coworking Space“. Auf seinem Blog findet man noch die Gästelisten und Porträts dieser Coworker*innen. Der erste offizielle Coworker war ein Entwickler namens Ray Baxter, der im September das Angebot wahrnahm, um von dort zu arbeiten. Kurz danach wurde das „San Francisco Coworking Space“ so bekannt, dass Leute vorbeikamen, um es gesehen zu haben.

Dies war übrigens nicht der erste Versuch von Brad Neuberg, eine Gemeinschaft von zwanglos beisammen arbeitenden Menschen zu schaffen. Bereits 2003 gründete er die „Nine to Five Group“, die sich in Cafés und Coffeeshops traf, um von da zu arbeiten. Damit hatte er keinen Erfolg, er gab die Gruppe nach nur einem Monat wieder auf. Diese Idee ähnelt dem → „Jelly“-Format, das 2006 entwickelt wurde und sich weltweit durchsetzte.

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