Vor einem Jahr startete ich den Telegram-Kanal »Kremkaus Links«. Das Ziel war es, indem ich während meiner fast einjährigen Elternzeit Artikel über Coworking teile, zu dem Thema auf dem Laufenden zu bleiben. Und auch zugleich ein Ansporn, dies diszipliniert durchzuhalten.

Und das mit Erfolg, denn heute wird der Kanal bereits ein Jahr alt. In den letzten 365 Tagen habe ich fast täglich Artikel zum Thema Coworking geteilt und kommentiert. Gestern Morgen postete ich den 488. Link. Das Thema hatte durch Corona auch Konjunktur.

Wie viele Beiträge ich in diesem Jahr gepostet habe, kann ich nicht mehr nachvollziehen. Telegram bietet nur wenig Statistiken an. Vermutlich waren es um die 300 Stück. Die Arbeit an »Kremkaus Links« ist inzwischen ein fester Bestandteil meines Tagesablaufs.

Zu Beginn arbeitete ich mobil.

Ich wählte mit Telegram einen Messenger für dieses Projekt, da die App leicht zu bedienen ist, kein Algorithmus die Sichtbarkeit der Beiträge beeinflusst und es auch eine offene Webansicht für alle gibt, die sich nicht bei Telegram anmelden wollen.

In den ersten Monaten verfasste ich nahezu alle Beiträge auf Spaziergängen, wenn ich mein damals noch vor allem schlafendes Kind durch unsere Nachbarschaft geschoben habe. Die App bediente ich mit einer Hand, während ich den Kinderwagen schob.

Inzwischen schreibe ich die Beiträge immer öfters am Laptop. Zum einen, da die Anzahl der Artikel über Coworking zugenommen hat. Zum anderen, um die Möglichkeiten der Formatierung in der Telegram-App noch leichter zu nutzen. Da bin ich ein Ästhet.

Als Quellen habe ich mir einen Google-Alert eingerichtet und suche täglich in Google News nach den Begriffen »Coworking« und »Co-Working«. Seit Kurzem, auf Empfehlung, recherchiere ich auch nach diesen Begriffen in der GENIOS-Datenbank.

Wirkung ist wichtiger als Reichweite.

Den Kanal zu betreiben ist eine Beschäftigung für nebenbei, ohne großen Druck, aber mit viel Spaß bei der Sache. Inzwischen stieg aber nicht nur die Anzahl der Abonnent:innen an, es sind Stand heute 281 Menschen, sondern auch die Wahrnehmung des Kanals.

Zwar sind 281 Leute, die den Kanal abonniert haben, nur ein Bruchteil von den Follower:innen, die ich auf anderen Plattformen habe (bspw. Twitter: 6.575), aber ich mache immer wieder die Erfahrung, dass der Kanal die höchste Wirkung erzielt.

Ich werde regelmäßig auf den Kanal angesprochen. Wer mit dem Thema Coworking zu tun hat, bekommt den Kanal als Wissensquelle empfohlen. Inzwischen werde ich auch gebeten, darüber Stellenausschreibungen und Veranstaltungshinweise zu teilen.

Im Sommer wurde in einem Persona-Workshop von Coworking-Expert:innen, einer zu definierenden Persona die Eigenschaft »liest jeden Morgen ›Kremkaus Links‹ auf Telegram« zugeschrieben. Der Kanal ist in der deutschen Coworking-Szene bekannt.

Wie geht es mit dem Kanal weiter?

Meine Elternzeit endet bald und ich werde dann wieder Vollzeit arbeiten. Für den Kanal werde ich mir aber weiterhin Zeit nehmen. Ich werde ihn also so gut es geht unverändert fortführen. Wie das klappt, neben meiner Familie und meiner Arbeit, werden wir sehen.

Wie ich ihn weiterentwickeln kann, sehe ich leider nicht. Falls jemand eine Idee hat, würde ich mich über einen Tipp freuen. Momentan denke ich über einen Podcast oder ein Videocast als nächste Stufe von »Kremkaus Links« nach. Was haltet ihr davon?

Eine Sache noch: Das Schreiben dieses Beitrags hat sich wie eine kleine Feier eines Meilensteins angefühlt. Gerade in diesen von Einschränkungen geprägten Zeiten, ein schönes Gefühl. Ein Alt-Berliner Sprichwort sagt: Feiert die Feste, wie sie fallen. Das ist die hohe Kunst. 😀