Dritte Orte

Unter dem Begriff „Dritte Orte“ (englisch third places) werden Orte der Gemeinschaft bezeichnet, die eine Alternative zum Zuhause (im Sinne der Aufzählung der erste Ort) und dem Arbeitsplatz (zweiter Ort) darstellen. Das Konzept wurde durch das 1989 veröffentlichte Buch des US-amerikanischen Soziologen Ray Oldenburg, „The Great Good Place“, bekannt. Dritte Orte sind nach ihm ein Treffpunkt für die nachbarschaftliche Gemeinschaft.

Acht Charakteristika zeichnen Dritte Orte laut Oldenburg aus: (1) Sie befinden sich auf neutralem Boden, (2) sind unabhängig von sozialen Unterschieden allen Menschen offen, (3) ermöglichen eine offene Kommunikation zwischen den Anwesenden, (4) sind leicht zu erreichen, (5) werden regelmäßig von Stammgästen aufgesucht, (6) ihr Design steht nicht über ihrer Funktion, (7) es herrscht gute Stimmung und (8) sie dienen als Ersatzzuhause.

Als Beispiele für Dritte Orte nannte Oldenburg deutsche Biergärten, die Wiener Kaffeehäuser oder auch britische Pubs. Dass diese Dritten Orte vor allem dem Konsum dienen und somit nur von Menschen mit den entsprechenden finanziellen Mitteln zugänglich sind, wurde stets kritisiert. Immer öfters werden auch Bibliotheken und Aufenthaltsflächen für Kunden, beispielsweise in Lobbys oder Einkaufszentren, als Dritte Orte bezeichnet.

Die durch die Digitalisierung der Arbeitswelt und neuen Technologien können immer mehr Menschen ortsunabhängig ihrer Arbeit nachgehen. Dies führt dazu, dass Menschen auch von Dritten Orten aus arbeiten, sowie dem Zuhause, was die Trennung in drei Orte immer mehr auflöst. Für Kritiker*innen handelt es sich deshalb um ein sehr idealisiertes Konzept, das einer genaueren Untersuchung der Orte heutzutage nicht mehr standhalten würde.

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